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    Bundesverband
    Deutscher Landwirte e.V.
    Dresdner Straße 46
    09526 Dittmansdorf
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So wurden wir Kinder von den deutschen Kommunisten vom Hof vertrieben
LANDPOST-Leser Hasso Busch aus Brietlingen erinnert sich an Enteignung und Vertreibung
Pressemitteilung vom 14.05.2004


„Es war am 25. September 1945, als deutsche Kommunisten auf unseren Hof kamen, meine Schwester 16, meinen Bruder 13 und mich 11 Jahre aufforderten Haus und Hof innerhalb einer Stunde zu verlassen. Mein Vater war bereits im April 1945 von den Amerikanern verhaftet worden. Meine Mutter wurde von den deutschen Kommunisten am 25. September 1945 für drei Tage eingesperrt, so hatte man mit uns Kindern ein leichtes Spiel. Man schrie uns an: „raus!“

Weil ich einen Unfall hatte, lag ich im Bett. Ich musste mit Krücken vom Hof!
Meine Geschwister luden unsere wenigen Habseligkeiten, die wir mitnehmen durften auf einen Heuwagen. Diese Vertreibung werde ich nie vergessen! Zu unserem Glück mussten wir uns nicht bei dem Barackenführer vom Fliegerhorst Köthen melden, sondern konnten zu unserer Großmutter in die Stadt gehen. Die Kommunisten übergaben uns noch die „Verordnung des Präsidenten von Sachsen“ in der genau vermerkt war, welche und wie viel Kleidungsstücke wir Kinder mitnehmen durften. Unterschrieben war dieses Schriftstück vom damaligen Oberbürgermeister von Köthen, der im Mai 1945 unsere besten Möbel gestohlen hatte und sie in das Rathaus schleppen ließ, wo sie auch heute noch stehen. Dieser Oberbürgermeister war Lumpenhändler und Kommunist, nur deshalb wurde er bereits im Mai 1945 Oberbürgermeister der Stadt. Aber eine seiner letzten Amtshandlungen war die Enteignung der Familie Busch. Weil er betrunken, nur mit Unterhose bekleidet durch Köthen lief, war er untragbar geworden.

Bis Januar 1946 wohnten wir drei Kinder mit unserer Mutter noch bei der Großmutter in Köthen. Eines Tages warnte uns ein Polizist vor einer Verschleppung durch die Russen in ein KZ – Lager auf Rügen. Noch rechtzeitig konnten wir flüchten, denn vier Stunden später standen die Russen vor der Tür.
1994 bot uns das „Amt für offene Vermögensfragen in Halle“ unseren baufälligen Hof ohne Acker zum Rückkauf für 1,3 Millionen Mark an. Zehn garantierte Arbeitsplätze sollten wir schaffen und das alles in 8 Wochen mit Bankbürgschaft. Ein einheimischer Handwerker hatte das Geld, obwohl er sich gerade selbständig gemacht hatte. Dieser „Mondpreis“ von 1,3 Millionen Mark war nur zur Abschreckung gedacht. Uns wollte man nicht!

Seit drei Jahren kämpfe ich um die Rückgabe unsere Möbel. Jetzt habe ich einen Weg gefunden, wie ich endlich das Recht bekommen werde, auf das ich schon lange warte. Ich glaube immer noch an die Gerechtigkeit, allerdings ist dieses Wort seit der Wende schon zu oft missbraucht worden.“


Herrn und Frau Busch
Köthen/Anhalt
Leipziger Straße 71 Köthen den 22.Sept.1945 Laut Verordnung des Präsidenten der Provinz Sachsen vom 13. August 1945 sowie den hierzu erlassenen Durchführungsbestimmungen werden sie hiermit aufgefordert, Ihre bisherige Wohnung sofort zu verlassen und sich zwecks Einweisung in eine Wohnbaracke bei dem Lagerführer im Fliegerhorst zu melden.
Außerdem erkläre ich gemäß Ziffer III b der Durchführungsbestimmungen vom 13. August 1945 zu obriger Verordnung ihr Mobilar sowie ihren Hausrat für beschlagnahmt. Ausgenommen von dieser Beschlagnahme sind lediglich für die davon betroffenen:

Männer:
Hut oder Mütze..........................1
Anzug einschl. Arbeitskleidung..........2
Oberhemd..........................3
Unterhemd.......................... 2
Unterhose ..........................3
Kragen..........................3
Krawatten..........................2
Socken oder Strümpfe...........Paar......5
Schal.......................... 1
Handschuhe (Winter)............Paar......1
Nachthemd oder Schlafanzug..........................2
Taschentücher..........................8
Jacke .......................... 1
Wintermantel.......................... 1
Hosenträger.......................... 1
Sockenhalter .....................................Paar......1
Badeanzug bzw. Hose..........................1
Turnhose .......................... 1
Turnhemd .......................... 1
Handtücher .......................... 3
Bademantel od. Badetuch .......................... 1
Straßenschuhe................................Paar......2
Haus od. Turnschuhe ...........................Paar......1



Frauen: Hut oder Mütze 1 Wollkleid (od. 1 Rock u. 2 Blusen 2 andere Kleider 2 Unterkleider 2 Pullover oder Strickjacke 1 Taghemd 3 Schlüpfer 3 Hüfthalter 2 Büstenhalter 2 Strümpfe Paar 6 Schal 1 Handschuhe 1 Nachthemd oder Schlafanzug 2 Taschentücher 8 Schürze oder Kittel 2 Regenmantel oder Windjacke 1 Umschlagtuch 1 Kopftuch 1 Überziehschlüpfer 1 Badeanzug 1 Badetuch oder - Bademantel 1 Handtücher 6 Haus- od. Turnschuhe Paar 1 Des weiteren für Ihre Kinder mit bis zum 13. August 1945 vollendeten 15. Lebensjahr alle vorhandenen persönlichen Bekleidungsgegenstände, auch Gegenstände zur Säuglings- und Kleinstkinderpflege, sowie pro Person eine Matratze mit Kopfkeil, Inlett für Kopfkissen, Inlett für ein großes Oberbett, 1 Wolldecke, 2 .......und zwei Kopfkissenbezüge, sowie 2 Bettücher.

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