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Nachtrag zum Landpachtvertrag
Pressemitteilung vom 14.05.2004



Nachtrag zum Landpachtvertrag(doc-Format)


Kommentar
So könnten Pächter und Verpächter ihren Frieden finden
Nebenstehender Nachtrag zum Landpachtvertrag könnte aufkeimenden Streit zwischen Verpächtern und Pächtern entgegenwirken.

Die Pächter wären gut beraten, sich mit den Grundeigentümern fair zu einigen und über das Jahr 2004 hinauslaufende Landpachtverträge noch in diesem Jahr um den zivilrechtlich wirksamen Passus zu ergänzen, dass der Pächter bei Pachtende die Prämienansprüche auf den vom Verpächter zu bestimmenden neuen Pächter kostenlos zu übertragen hat und ein Prämienhandel zu Lasten des Verpächters ausgeschlossen wird.

Zwar ist die Entkoppelung und Betriebsbezogenheit der Prämie gewolltes Ziel der neuen EU-Agrarreform. Die Neuregelung stellt also auch keine Verletzung pachtvertraglicher Regelungen dar und ist nicht geeignet eine außerordentliche Kündigung zu begründen. Andererseits wird das gutnachbarliche Verhältnis empfindlich gestört, wenn, z.B. nach 2004 auslaufende Pachtverträge aus Verärgerung über den Pächter nicht verlängert oder anderen Pächtern angeboten werden bzw. sich der Grundeigentümer zur gut dotierten Aufforstung oder zur Wildhaltung entschließt.

Viele Grundeigentümer denken nicht im Traum daran, von sich aus zu kündigen und könnten gut schlafen bei dem Gedanken, vom Pächter nicht übervorteilt worden zu sein. Ein kluger Pächter wird in dem Nachtrag keine Bedrohung sehen. Im Gegenteil. Er wird sein Pachtland länger behalten und seinen Betrieb nachhaltiger führen können als jener, der um des momentanen vermeintlichen Vorteils wegen sich dem Verpächter nicht öffnet.

Es ist auch festzustellen, dass die Masse der Grundeigentümer noch nicht über die gravierenden Änderungen der EU-Agrarreform ab 2005 informiert sind. Wenn sie aber erst von den Einschnitten im Erbfall, bei Hofübergabe oder Verkauf erfahren, wird der dörfliche Friede grob verletzt sein. Die Pächter sollten daher mit ihren Verpächtern sprechen und von sich aus die nebenstehende Abrede treffen.

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