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    Bundesverband
    Deutscher Landwirte e.V.
    Dresdner Straße 46
    09526 Dittmansdorf
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Reformgrundsatz: Betriebsinhaber erhält die Prämie
Wie die Zahlungsansprüche beim Kombimodell zustande kommen
Pressemitteilung vom 01.05.2004


Die Staatlichen Ämter für Landwirtschaft werden zum 15.Mai 2005 die Anzahl der Prämienansprüche festlegen. Diese entsprechen grundsätzlich der beihilfefähigen Fläche über die der Betriebsinhaber im Jahr 2005 verfügt. Danach wird die Höhe des betriebsindividuellen Zahlungsanspruchs ermittelt. Er errechnet sich für jeden Betriebsinhaber aus der Summe von Direktzahlungen wie Mutterkuhprämie, Sonderprämie für männliche Rinder, Schlachtprämie für Kälber, Mutterschafprämie, 50% der Extensivierungszuschläge für Rinder, entkoppelter Teil der Trockenfutterprämie sowie 25 % des entkoppelten Teils der Stärkekartoffelprämie. Zusätzlich werden in den betriebsindividuellen Betrag die Milchprämie und die Ergänzungszahlung Milch mit eingerechnet. Daraus entsteht ein betriebsindividueller Betrag, der sich auf die ermittelte Anzahl an Flächen verteilt.

Die Aufwertung des Grünlandes
Als letzter Schritt wird der flächenbezogene Betrag für jeden Zahlungsanspruch berechnet. Von der regionalen Obergrenze (der auf eine Region – regelmäßig das Bundesland – aufgeteilte Anteil des nationalen Prämienvolumens) wird zunächst die Summe der betriebsindividuellen Beträge abgezogen. Der danach verbleibende Betrag wird auf die gesamte beihilfefähige Fläche der Region verteilt. Dabei wird allerdings zwischen Dauergrünland und Ackerland unterschieden, indem ein für jedes Bundesland festgesetztes Werteverhältnis zugrunde gelegt wird. Die Wertrelation zwischen Dauergrünland und sonstiger förderfähiger Fläche liegt zwischen 0,145 : 1 und 0,393 : 1, wovon die Bundesländer noch abweichen können. Die hiernach für Dauergrünland entstehenden Zahlungsansprüche werden durch die Schlachtprämie für Großrinder, die nationalen Ergänzungsbeträge für Rinder und 50 % der Extensivierungszuschläge für Rinder aufgefüllt.
Auf den Anteil der Ackerflächen entfallen hingegen die Prämien für Ackerkulturen und Saatgut sowie 75 % des entkoppelten Teils der Stärkekartoffelprämie. Die so ermittelten Werte je Hektar Dauergrünland und Ackerland werden anschließend zueinander ins Verhältnis gesetzt.

Gesamtwert der Zahlungsansprüche
Dieser Wert ergibt sich aus der Summe des flächenbezogenen Betrages (Zahlungsansprüche Ackerland und Grünland) sowie des betriebsindividuellen Betrages aus den historischen Jahren 2000 bis 2002. Zuvor findet allerdings ein Abzug zugunsten der nationalen Reserve von voraussichtlich 1,5 Prozent statt.
Um die Zahlungsansprüche zu aktivieren, muss der Betriebsinhaber in seinem jährlichen Förderantrag eine entsprechende Anzahl beihilfefähiger Flächen nachweisen. Es spielt keine Rolle für das Aktivieren der Zahlungsansprüche, welcher Art die beihilfefähige Fläche ist. Dies bedeutet: ein Ackerland– bzw. Grünlandprämienrecht muss nicht durch einen Hektar Ackerfläche beziehungsweise Grünland aktiviert werden. Durch die Entkoppelung verlieren die Zahlungsansprüche ihre Bindung an die ursprüngliche Nutzungsart der Flächen ebenso, wie an die tatsächliche Produktion. Daraus folgt, dass bei Pachtende nach dem 1. Januar 2005, die Zahlungsansprüche unabhängig von ihrer Herkunft beim bisherigen Betriebsinhaber verbleiben.

Besonderheit für Stilllegungsflächen
Jeder Bewirtschafter bekommt mit Beginn der Entkoppelung eine bestimmte Zahl von Zahlungsansprüchen für seine Stilllegungsflächen zugewiesen. Grundlage ist die im Jahr 2005 ausgewiesene Ackerfläche, die mit einem Stilllegungssatz der betreffenden Region multipliziert wird. Um einen Zahlungsanspruch für Stilllegungsflächen zu aktivieren, muss eine entsprechende Fläche in dem jeweiligen Jahr tatsächlich stillgelegt werden. Auch diese Zahlungsansprüche sind, wie andere Zahlungsansprüche auch, übertragbar.

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