• Anschrift:
    Bundesverband
    Deutscher Landwirte e.V.
    Dresdner Straße 46
    09526 Dittmansdorf
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Sächsische Zeitung
Jahrespressekonferenz der BVVG in Dresden
Stimmen zur Privatisierung
Pressemitteilung vom 23.04.2004


Bauernverband: Der sächsische Landesbauernverband sieht viele seiner Mitglieder derzeit nicht zum Landkauf in der Lage. Verbandssprecher Manfred Böhm zufolge sind auch in der Landwirtschaft Kredite von Banken nur noch schwer zu bekommen. Soweit die Bauern allerdings Land langfristig gepachtet haben, können sie nach seiner Ansicht weiter auf den Kauf sparen und die Flächen so lange weiter nutzen. Schnelle Verfahren im Interesse der Käufer liegen nach Ansicht des Bauernverbandes auch im Interesse der BVVG. Dennoch geht es dem Verband zu langsam. Er fordert, die rechtlichen Voraussetzungen zu erleichtern. Bisher war es wegen Streitigkeiten um alte Eigentumsrechte nach Auffassung des Bauernverbandes zu leicht möglich, eine Privatisierung zu verhindern. Nicht erlaubt ist der Verkauf von BVVG-Flächen nämlich an Nachfolger von Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften, die noch keine ordnungsgemäße Vermögensbereinigung nach der Wende juristisch nachweisen können.

Private Landwirte: Der Bundesverband Deutsche Landwirte (VDL) hat sich jahrelang über die Praxis der BVVG beklagt. Verbandspräsident Dieter Tanneberger sah darin eine Begünstigung der großen Altbetriebe. Heute hat die BVVG nach seiner Ansicht „die Politik gegen die Wiedereinrichter aufgegeben“. Es gebe durchaus Chancen, frei werdende Flächen zu erwerben.
Die Preise für Ackerland werden nach Ansicht Tannebergers wegen der erwarteten EU-Agrarreform kräftig fallen, auch zu Lasten der BVVG. Bis Jahresende erwartet der Präsident des Landwirte-Verbandes noch eine Steigerung, weil der Stichtag 1. Januar 2005 entscheidend für künftige Subventionen sein könnte.

Waldbesitzer: In Sachsen gibt es nach Ansicht des hiesigen Waldbesitzerverbandes weniger Streit um die Waldvergabe mit der BVVG als in anderen Ländern. Verbandsgeschäftsführer Johannes Ott sagte, fast die Hälfte der Flächen sei an Ortsansässige vergeben worden. Positiv beurteilt der Verband die Praxis der BVVG, nach der bisher zu kurz gekommene Bewerber mehr Chancen auf Wald-Erwerb bekommen.

Damit sieht Ott auch den Vorwurf entkräftet, zu häufig kämen Adlige zum Zug. Der Waldbesitzerverband befürchtet allerdings, dass mit der Neuregelung häufig kleine unzusammenhängende Flächen vergeben werden, die schwer zu bewirtschaften sind – eine ungünstige Struktur.

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