• Anschrift:
    Bundesverband
    Deutscher Landwirte e.V.
    Dresdner Straße 46
    09526 Dittmansdorf
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Die Chancen der Entkopplung
Mit extensiver Landwirtschaft gutes Geld verdienen
Pressemitteilung vom 08.04.2004


Durch die Entkopplung der Prämien von der Produktion erwächst auch dem bisherigen Nichtlandwirt, dem landwirtschaftlichen Grundeigentümer, die Chance, ein EU-garantiertes höheres Einkommen zu erwirtschaften, als es der bloße Pachtzins zu leisten vermochte. Mit extensiver Landwirtschaft wird wieder gutes Geld zu verdienen sein: Ein Bauerneinkommen, das es, eingedenk der vorhersehbaren sozialen,- und arbeitsmarktpolitischen Einschnitte, im nächsten Jahrzehnt zu erwirtschaften gilt. Nicht Milchseen, Butterberge und Fleischkühlhäuser wird die EU subventionieren, sondern alternative Energien und umweltgerechte Produktionsweisen. Das bringt offenbar nur rot-grün zu Stande; die Schwarzen waren und sind mit ihrer industriellen Agrarproduktion dazu wohl nicht in der Lage.

Elefantengras statt Rotschwingel
Der Klein- und Mittelbauer der Zukunft wird sich keine teure Technik anschaffen oder neue Ställe bauen. Der kleine neue Landwirt wird zum Energiewirt werden! Bis zu 10 Tonnen Biomasse je Hektar aus schnell wachsenden Sorten von Pappeln und Weiden, die immer wieder austreiben und nachwachsen; Elefantengras statt massearmer Rotschwingel auf sauren Grünlandflächen. Der Energielandwirt wird 50 bis 100 Hektar wesentlich ohne eigene Technik bewirtschaften. Statt Mähdrescher werden gemietete Holzhäcksler durch Bio-Masse-Wälder fahren. Sommer wie Winter wird Energie-Holz geerntet werden, wenn es nach 4-5 Jahren „reif“ ist. Der Bauer der Zukunft lässt die ansonsten notwendige Feldarbeit wesentlich vom Lohnunternehmer erledigen und hält damit auch die Gross-Complianz-Verpflichtung der EU ein.

Pachtmarkt
Wer jetzt noch pachtfreies Land kaufen kann oder einen Verpächter findet, dessen Pachtvertrag mit einem LPG-Nachfolger 2004 ausläuft bzw. wer seinen Landpachtvertrag wegen Eigenbedarfs zum 30.09. bzw. 31.12. vorzeitig kündigen kann und selbst Flächenbewirtschafter zum 01.01.2005 wird, erhält sich die Flächenprämien von ca. 350 €/ha/Jahr und sichert sich damit den Bodenwert über Jahre hinaus.

Prämienrechte
Die Wanderung des Faktors Boden zum besseren Wirt ist ab 2005 abhängig von der Verfügbarkeit von Prämienrechten. Bei Pächter- oder Eigentümerwechsel bleibt die betroffene Flächen ohne Prämienrecht. Der flächenabgebende Betrieb wird die Prämie für eventuellen eigenen Flächenzuwachs vorhalten. Nichtlandwirtschaftliche Bodeneigentümer werden in ihren Vergabeentscheidungen noch stärker als bisher an den derzeitigen Nutzer gebunden.
Entwicklungsfähige Betriebe können nur unter großen Erschwernissen, ohne freie Prämienrechte, mit den bisherigen Flächenbesitzern in Konkurrenz um Flächen treten. Der VDL fordert und erwartet, dass die Entkopplung bis zum Zeitpunkt von auslaufendenden Pachtverträgen ausgesetzt wird und das die Prämienrechte mit an den neuen Bewirtschafter übergehen.

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